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Barbara-Schadeberg-Vorlesungen 2025: Kinder- und Menschenrechte im Fokus


Anke Holl, Ute Wania-Olbrich, Monika Pesch,
Sabine Ulrich, Martin Schreiner
Wissenschaftlicher Austausch zu Kinder- und Menschenrechten
Die Vorlesungen knüpften an die UN-Kinderrechtskonvention sowie die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte an und fragten, welche Bedeutung Rechte, Partizipation und Schutzkonzepte im schulischen Alltag evangelischer Bildung haben und wie sich diese wirksam verankern lassen.
Nach Grußworten der Gastgeber Prof. Dr. Martin Schreiner (1. Vorsitzender der Barbara-Schadeberg-Stiftung) und Prof. Dr. Manfred L. Pirner (FAU, Lehrstuhl für Religionspädagogik und Didaktik des Evangelischen Religionsunterrichts) eröffnete Prof. Pirner die Tagung mit einer Grundsatzvorlesung zu den Chancen und Herausforderungen einer umfassenden Kinder- und Menschenrechtsbildung an Evangelischen Schulen.
Am zweiten Tag vertiefte Prof. Dr. Sonja Ertl (Universität Augsburg) die Bedeutung von Kinderrechten und Demokratiebildung, insbesondere für Grundschulen, und gab praxisnahe Empfehlungen auf Basis aktueller Forschung. Ein innovatives Planspiel zur Kinderrechtsbildung, vorgestellt von Franziska Trefzer (Mittelberg-Grundschule Biberach), zeigte zudem, wie wissenschaftliche Erkenntnisse unmittelbar in die Schulpraxis einfließen können.
Verleihung des Barbara-Schadeberg-Preises 2025
Ein Höhepunkt der Veranstaltung war der Festakt zur Verleihung des 9. Barbara-Schadeberg-Preises, der Schulen und Institutionen würdigt, die Kinder- und Menschenrechte beispielhaft umsetzen.
1. Preis – Wilhelm-Löhe-Schule, Nürnberg
Ausgezeichnet für ein umfassendes und tragfähiges Konzept, das Kinderrechte systematisch im Schulalltag verankert. Die Schule überzeugte mit einem breit angelegten Ansatz, der Partizipation, Schutz und Verantwortungsübernahme fest im Leitbild verankert.
2. Preis – Evangelische Grundschule Eisenach „Katharina von Bora“
Die Jury würdigte das langjährige Engagement der Schule, die Kinderrechte sichtbar zu machen – insbesondere durch ein aktives Kinderparlament, das demokratische Bildung und Mitbestimmung konsequent fördert.
3. Preis – Sonderpädagogisches Förderzentrum Laurentius, Neuendettelsau
Die Schule wurde für ihr Profil „Demokratieerziehung und gelebte Werteorientierung“ geehrt. Unter dem Leitmotiv „Das Gute entfalten“ stärkt sie Partizipation und Verantwortungsübernahme auch im sonderpädagogischen Kontext. Besonders überzeugten:
- die konsequente Umsetzung von Kinder- und Menschenrechten im Förderschulbereich,
- inklusive Beteiligungsprojekte für Schüler*innen mit Förderbedarf,
- die Verbindung von christlichen Werten und demokratischer Kultur.
Sonderpreis – Institut Unterstrass, Zürich
Für das inklusive Hochschulprogramm „écolsiv – Schule inklusiv“, das Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung für pädagogische Tätigkeiten qualifiziert. Das Projekt gilt als wegweisender Beitrag zur Umsetzung von Menschenrechten und gelebter Inklusion auf Hochschulebene.
Ausblick
Mit den diesjährigen Barbara-Schadeberg Vorlesungen wurde deutlich, wie zentral Kinderrechte und Menschenrechtsbildung für evangelische Schulen sind und wie vielfältig innovative Wege aussehen können, diese im pädagogischen Alltag zu leben.
Die Tagungsbeiträge erscheinen in der Reihe „Schule in evangelischer Trägerschaft“ im Waxmann-Verlag und bieten der Fachöffentlichkeit weiterführende Impulse für eine zukunftsfähige evangelische Bildungsarbeit.
Auf der Homepage der Barabara-Schadeberg-Stiftung finden Sie alle Informationen zum Barbara-Schadeberg-Preis und zu weiteren Förderungen durch die Stiftung.


