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Mittwoch, 15. Dezember 2010

Kinder nicht in bestehende Systeme zwängen

Von: epd Nürnberg
Evangelische Verbände fordern mehr Jugendhilfe in der Schule.   Die Schule der Zukunft muss im Kind wecken, was in ihm steckt. Das hat der Stiftungsdirektor der Evangelischen Schulstiftung in Bayern, Erwin Meister, betont.

Heute müssten Schülerinnen und Schüler sich einem bestehenden System anpasssen, sagte Meister nach einer gemeinsamen Fachtagung von evangelischen Schul- und Erziehungsverbänden in Nürnberg dem epd. Dies berge die Gefahr, dass ein begabtes Kind aus einer Migrantenfamilie in einer Lernbehindertenwerkstatt lande, weil es in den ersten Klassen zu wenig deutsch spricht, oder ein Körperbehinderter keine Chance erhält, weil die Bedingungen für ihn nicht stimmten, sagte Meister.

Der Stiftungsdirektor, der einem Verband vorsitzt, der 135 Schulen in Bayern vertritt, kritisierte die mangelnde Zusammenarbeit von Sozialministerium und Kultusministerium in der Schulpolitik. "Es geht hier um Menschen, die man nicht aufteilen kann." So sei die Einrichtung einer Hortgruppe in einer Schule Sache des Sozialministeriums. Dafür würden rund 50.000 Euro aufgewendet. Dagegen zahle das Kultusministerium für die vergleichbare Nachmittagsbetreuung einer Klasse 8.600 Euro. "Wir können es uns auch ökonomisch nicht mehr leisten, dass immer mehr Schüler wiederholen müssen oder Schulen ohne Abschluss verlassen", sagte der Stiftungsdirektor mit Blick auf zurückgehende Schülerzahlen und Fachkräftemangel.
Der Verband evangelischer Kindertagesstätten, die Schulstiftung, der evangelische Erziehungsverband und die evangelische Jugendsozialarbeit fordern nach ihrer Nürnberger Tagung in einem gemeinsamen Positionspapier eine Ganztagsschule, an der Kinder mehr mitbestimmen können. Die Schule müsse in Zukunft die Anliegen der Jugendhilfe besser aufnehmen. Sie verlangen mehr Partnerschaft zwischen Lehrern und Erziehern. Eine weitere Forderung sind veränderte Schulen, in denen es Räume für Sozialarbeit, therapeutische Arbeit oder für kreative Angebote für Jugendliche gibt. "Da muss sich in den Schulen viel ändern. Das geht nicht von Heute auf Morgen", räumt Meister ein. (2192/01.12.2010)

 

 

Folgende Unterlagen des Kongresses sind verfügbar:

 

das Positionspapier, das Handout des Vortrags des Herrn Herz sowie die Präsentation des Herrn Keup.