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Evang. Schulstiftung in Bayern
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Pädagogischer Beirat

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Der Pädagogische Beirat vertritt die Interessen aller in der Evangelischen Schulstiftung in Bayern zusammengeschlossenen Schulen in der Gesamtkonferenz und im Stiftungsrat der Evangelischen Schulstiftung in Bayern. Als Gremium für die Qualitätsentwicklung suchen seine Mitglieder nach den Schnittmengen gelungener Initiativen, um gemeinsam Bewährtes zu erhalten und Neues zu wagen. Das Evangelische Schulwesen bietet über die reine Vermittlung des Lernstoffs hinaus Raum und Offenheit für:

• protestantische Bildung, christliche Spiritualität und diakonische Praxis

• die Achtung der Würde der Menschen

• solidarische Gemeinschaft

• Freude an der gemeinsamen Arbeit und an überraschenden Entwicklungsfortschritten

• die Bereitschaft, ins Staunen zu kommen

• die Verbindung von Freiheit, Verantwortung und Entschleunigung

• die wertschätzende Pflege von Beziehungen

• die Fähigkeit zur Begeisterung, um neue Wege zu gehen und aufzuzeigen

• den Sinn für das Schöne in der Welt

• die Offenheit gegenüber der Vielfalt und das Aufdecken versteckter Möglichkeiten

• das Interesse, voneinander zu lernen

• die gelassene Bereitschaft, Herausforderungen und Umbrüche anzunehmen und zu gestalten.

 

Wer wir sind und welche Ziele wir teilen

Das Evangelische Schulwesen in Bayern identifiziert sich in seinen unterschiedlichen Einrichtungen, den Förderschulen, den Allgemeinbildenden Schulen, den Beruflichen Schulen, den Internaten und Schülerheimen mit den obersten bayerischen Bildungszielen gemäß Art. 131 der Bayerischen Verfassung. Insbesondere halten wir daran fest, dass der Mensch als Gottes Ebenbild jenseits seiner Taten und Fähigkeiten ernstgenommen werden muss und die Achtung der Würde aller Menschen dem erzieherischen und unterrichtlichen Tun stets vorausgeht. Nachhaltigkeit des schulischen Lebens und Lernens verdankt sich nach unserer Auffassung dem Erleben des christlichen Angenommen-Seins, vermittelt durch eine sinnstiftende spirituelle Praxis in und außerhalb des Unterrichts. Gleichwohl gibt es konkrete Ziele schulischen Handelns, die im konkreten organisatorischen und pädagogischen Handeln umgesetzt werden wollen. Schülerinnen und Schüler sollen nach ihren Möglichkeiten dazu befähigt werden, sich den Herausforderungen einer komplexen Welt zu stellen. Sie sollen es lernen, gemeinsam mit anderen fachkundig und wertorientiert Lösungsstrategien zu entwickeln, die sowohl das eigene Leben als auch das plurale gesellschaftliche Miteinander tragen helfen. Für diesen Prozess übernehmen alle Mitarbeitenden in den evangelischen Schulen in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit den Eltern gemeinsam Verantwortung. Im Dienst der Freiheit eines Christenmenschen ist die schulische Bildungsarbeit schließlich dazu aufgerufen, sich in sensibler Abstimmung mit den Entwicklungsphasen und den individuellen Möglichkeiten der Schülerinnen und Schüler schrittweise zurückzunehmen. Junge Menschen sollen frühzeitig selbst Verantwortung für die Gestaltung der eigenen Bildungsbiographie übernehmen. Dies gilt umso mehr, als Lernen zunehmend lebenslanges Lernen bedeutet. Wie wir voneinander profitieren Die Mitglieder des pädagogischen Beirates repräsentieren ganz unterschiedliche diakonische und kirchliche Einrichtungen. Die Vertreter der Förderschulen (a), der Beruflichen Schulen (b), der Allgemeinbildenden Schulen (c), der Schulsozialarbeit, der Schulpsychologie, der Schulseelsorge (d) sowie der Schülerheime und Internate (e) bringen je eigene Erfahrungen mit Erziehung und Unterricht in den gemeinsamen Diskurs ein, die von allen Mitgliedern als Bereicherung empfunden werden.

 

Unsere Arbeitsfelder

a) Förderschulen

Förderschulen stellen eine individuelle Zielorientierung für ihre Schüler in den Mittelpunkt ihres Unterrichts. Sie fördern die ganzheitliche Entwicklung ihrer Schüler in Kompetenzzentren, gegliedert in unterschiedliche Förderschwerpunkte. In diversen inklusiven Settings unterstützen, fördern und beraten Sonderpädagogen Regelschulen und dort inklusiv beschulte Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Förderschulen sind vielfältig in den Lebensraum ihrer Schüler vernetzt und kooperieren mit unterschiedlichsten Partnern.

 

b) Berufliche Schulen

Berufliche Schulen wollen Fachkompetenz und personale Kompetenz vermitteln. Die jungen Menschen sollen befähigt werden, die anstehenden beruflichen Herausforderungen in verschiedensten diakonischen Handlungsfeldern kompetent, verantwortungsvoll und in gesellschaftlicher Verantwortung zu meistern. So stehen im Mittelpunkt der beruflichen Ausbildung zum einen Wissen und Fertigkeiten, zum anderen Sozialkompetenz und Selbstständigkeit, die die Schülerinnen und Schüler der beruflichen Schulen auf eine selbstständige und eigenverantwortliche Arbeit als Fachkraft vorbereiten sollen. Dabei wird besonderer Wert auf ein Lernen in vollständigen Handlungsvollzügen und engem Theorie-Praxis-Bezug gelegt. Durch forschendes Lernen und erwachsenengerechte Lehr- und Lernformen wird eine professionelle Haltung entwickelt, die das tragfähige Fundament für die berufliche Zukunft der jungen Frauen und Männer bildet.

 

c) Allgemeinbildende Schulen

Im Schulbetrieb der evangelischen Allgemeinbildenden Schulen hat sich in den letzten Jahren viel getan. Etliche Neuansätze verdanken sich dem Austausch mit den hier vertretenen Schularten und Einrichtungen und nehmen Impulse auf, die an anderer Stelle längst das Schulleben bestimmen. Als zentrale Stichworte können genannt werden: Evangelische Profilschärfung und Qualitätsmanagement, individuelle Förderung und wertorientierte Persönlichkeitsentwicklung, Weiterentwicklung von Erziehungspartnerschaft zwischen Lehrkräften und Eltern zum Wohl der Schülerinnen und Schüler, Ausbau von Schulseelsorge und Beratungssystemen, Öffnung schulischer Abläufe für Kooperation mit externen Partnern, Verbindung von Fachwissen und Kompetenzerwerb, wertschätzende Kommunikation, Suche nach Konsens gerade auch in Konfliktfällen, ohne die notwendige Klarheit vermissen zu lassen, gezielte Personalauswahl und Maßnahmen der Personalentwicklung für alle Mitarbeitenden.

 

d) Schulsozialarbeit, Schulpsychologie und Schulseelsorge

Die unterstützenden Beratungssysteme, die den Schulen in Form von Schulsozialarbeit oder Schulpsychologie zur Seite stehen, nehmen die psychosozialen Rahmenbedingungen für erfolgreiches Lernen und die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen in den Blick. Dabei gilt es, auch in Krisen Chancen zu entdecken, um tragfähige Perspektiven für die Zukunft geben können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen Schülerinnen und Schüler in Konflikten mit Lehrkräften, Eltern und Mitschülern. Sie entwerfen Konzepte zur Weiterentwicklung der Sozialkompetenz im Rahmen von Einzel- und Gruppenmaßnahmen sowie von Ganztageskonzepten. Schultheologen und Schulseelsorger sind verantwortlich für die Profilierung des christlichen Selbstverständnisses ihrer Schulen und Einrichtungen. Auf diese Weise weiten sie den Horizont für die religiöse Dimension pädagogischen Handelns. Schulseelsorge fördert durch das Angebot von Gottesdiensten, Einkehrtagen, Andachten oder Projekten die religiöse Sprachfähigkeit von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Damit bietet die Schulseelsorge allen Mitgliedern der Schulfamilie Raum für eine christlich verantwortete Lebensbegleitung und erinnert daran, dass sowohl persönlicher Erfolg als auch die Bruchstückhaftigkeit des eigenen Tuns in Gottes Liebe geborgen sind.

 

e) Schülerheime und Internate

Schülerheime und Internate sind Einrichtungen eigener Art. Erzieherinnen und Erzieher begleiten die ihnen anvertrauten Schülerinnen und Schüler als Wegbereiter hin zu einer frühzeitigen Übernahme von umfassender Verantwortung für das eigene Leben. Gemeinsam lernen sie in, von und mit einer Gruppe zu leben. Sie entwickeln Sensibilität für das sozial bedeutsame Verhältnis von Nähe und Distanz – von Übereinstimmung und Differenz. Die Schülerinnen und Schüler zeichnet ein hohes Maß an Durchhaltevermögen, Selbständigkeit und Kommunikationsfähigkeit aus. Durch die gemeinsame Organisation des Alltags reifen sie zu Persönlichkeiten, die sehr bewusst Entscheidungen fällen und dazu bereit sind, mit den Konsequenzen ihrer Entscheidungen zu leben, ohne dabei die soziale Dimension für ein gelingendes Miteinander aus den Augen zu verlieren.